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Küchengeräte
Grundsätzlich ist die Küche ein Arbeitsplatz und kein
lauschiges Bauernstübchen. Zweckmäßigkeit
sollte
also oberstes Gebot bei der Einrichtung und Ausstattung sein.
Das man in einer vernünftig eingerichteten Küche auch
gemütlich sitzen kann, wird damit überhaupt nicht
ausgeschlossen.
Die Möbel sollten hell und leicht zu reinigen sein. Zur
Anordnung
der verschiedenen Möbel und Geräte (Herd,
Spüle
usw.) empfehle ich die einschlägigen
Veröffentlichungen.
Zum Herd gilt das, was Wolfram Siebeck auch bereits geschrieben
hat: Möglichst wenig Automatikfunktionen, statt dessen robust
und pflegeleicht, also professionell.
Das gleiche gilt auch für das Handwerkszeug. Was liegt so
bei mir auf der Arbeitsfläche herum? Bestimmt kein
Eierschneider,
kein Tomatenmesser, kein Zwiebelhacker und was an dergleichem
Plastikkram noch so existiert. Ich benutze
Diese Messer
sind natürlich aus dem Fachhandel, alle
sind
aus einem Stück geschmiedet und kosten zwischen 30,- und
70,- Euro pro Stück. Darunter läuft preislich nichts!
Die
Messer stecken in einem Messerblock, nicht etwa in der
Schublade, und kommen nie in die Spülmaschine.
Geschärft
werden
sie mit
einem
Wetzstahl und ca. einmal im Jahr kommen sie zum
Fachhändler zum überarbeiten. Wer einmal mit solchen
Messern gearbeitet hat, will keine anderen mehr sehen. Meine Empfehlung
sind Messer aus der Classic Serie von Ed.
Wüsthof. Die
sind nicht ganz so teuer, wie einige Produkte von anderen Anbietern,
aber
sehr gut. Wüsthof macht eben nicht so viel Werbung, die man
bei
den Anderen mitbezahlen muss. Billige Messer rächen sich bei
jedem
Arbeitsgang durch Unbrauchbarkeit und wenn sie mal geschliffen werden
sollten, ist die millimeterdünne scharfe Schneide weg - danach
kommt nur noch Blech. Auch hier gilt der Satz: Wir sind zu arm, um uns
billiges Zeug leisten zu können. Wer insoweit noch am Anfang
steht, kann im Fachhandel gleich ein Set mit den wichtigsten Messern
zum Sparpreis kaufen.
Meine Kochlöffel
sind aus Holz,
hygienische Bedenken
habe ich da nicht. Jedenfalls schmelzen sie mir nicht in der
Bratpfanne.
Das Aussehen spielt zwar keine große Rolle, aber wer es gerne
etwas schicker hätte, besorgt sich Kochlöffel aus
Olivenholz.
Schneidebretter sind bei mir ebenfalls aus Holz.
Für
die Gastronomie sind zwar Plastikschneidebretter vorgeschrieben,
aber bei sorgfältiger Reinigung und trockener Lagerung habe
ich auch hier nichts gegen Holz. Oder wollt Ihr im Laufe von zwei
Jahren ein Plastikbrett essen?
Schneebesen (Edelstahl), Spachtel
(Plastik oder
Gummi), Knoblauchpresse und Pfannenwender:
Das wars
schon, was ich so benutze.
Zum Zerkleinern von Gewürzen eventuell noch ein Mörser,
neben der Pfeffer- bzw. Salzmühle.
Elektrogeräte: Ein
Handrührgerät, ein sogenannter
Zauberstab und ein Mixer, bei dem der Motor oben sitzt und den ich
entferne, wenn das Mixen oder zerhacken beendet ist.
Dafür habe ich zahlreiche Pfannen
(Eisenblech geschmiedet) in allen Größen
und viele Stieltöpfe in denen man so richtig
herumrühren
kann.
Die Pfannen werden möglichst nur mit Küchenpapier
ausgerieben
und nicht gespült: Dann backt auch nichts an!
Die Kochtöpfe sind aus Gusseisen (Schmortopf) oder aus schwerem Edelstahl, etwa die "Profi-Line" von Schulte-Ufer. Letztere sind die besten, die es noch zu einem erschwinglichen Preis (Sonderangebote!) gibt. Zu diesem Ergebnis kam auch die Stiftung Warentest im Test 01/2003.
Wenn das
Geld etwas lockerer sitzt, kauft man sich einige
Kasserollen und Sauteusen aus Kupfer, z.B. von Mauviel.
Kupfer leitet die Wärme am besten und insbesondere in einer
Sauteuse lassen sich z.B. Champignons wunderbar sautieren (bei
großer Hitze kurz braten) ohne Wasser zu ziehen.
Bei Kupfertöpfen muss man allerdings einiges beachten: Das
Kupfer
selbst darf aus gesundheitlichen Gründen nicht mit den Speisen
in
Berührung kommen. Deshalb hat man die
Töpfe früher
innen mit Zinn beschichtet, das sich aber leider durch Rühren
und
sonstige Benutzung abgenutzt hat. Dann musste man die Töpfe in
einem gewagten Verfahren neu verzinnen. Seit einiger Zeit gibt es
Kupfertöpfe, die innen mir einer dünnen
Edelstahlschicht
beschichtet sind, die jedem Schneebesen stand hält. Im
Gegensatz
zu den verzinnten Töpfen (Cuivre Etam) heißen sie
Cuivre
Inox.
Die
Töpfe sollten wirklich aus massivem Kupfer sein
und nicht
etwa aus verkupfertem Edelstahl oder Aluminium. Das sieht nur aus wie
Kupfer, hat aber nicht
dessen Eigenschaften (außer dass man es genauso
mühsam putzen muss, wenn es glänzen soll). Sowohl
Mauviel als auch andere Anbieter haben auch eine Serie die "sur table"
heißt und auch so ist. Man kann darin nicht wirklich kochen,
sondern nur effektvoll servieren. Deren Kupfer ist nur ca. 1,6 mm stark
- 2,5 mm sollten es schon sein. Die gusseisernen Stiele der
Kupferkasserollen werden schön heiß (das ist der
Preis der
Leitfähigkeit). Dafür gibt es aber isolierte
Überzieher
aus Textil im sehr gut sortierten Fachhandel, z.B. von Le
Creuset.
Gratinierformen aus Stahl, Gusseisen oder Steingut
nehme ich zum Braten,
Backen, Pochieren oder einfach nur als Servierschüssel. Und
natürlich auch
zum Gratinieren!
Ach ja: Wenns irgend geht: Der Herd sollte mit Gas
arbeiten.
Elektrokochplatten sind zu unsensibel. Mit Induktionskochplatten
bzw. -herden habe ich noch keine Erfahrungen gemacht, ich
fürchte
nur, dass sie den Herzschrittmacher vom Opa lahmlegen
könnten. Aber mit Eisentöpfen (also auch Edelstahl)
oder
Pfannen soll man wohl ähnlich fix kochen können, wie
auf Gas.
Kupfer oder Aluminium funktioniert jedoch nicht - Magnet an den Topf
halten, klebt er, ist er geeignet, fällt er runter, dann nicht.
Gewürze
Viele Köchinnen vermuten bei einem/r einigermaßen
passablen
KollegIn immer irgendwelche Geheimgewürze im Schrank. So
etwas kenne ich gar nicht! Salz, Pfeffer, Thymian, Basilikum,
Salbei, alles handelsübliche Gewürze. Gut, ich
bemühe mich, diese Sachen in Frankreich oder der Schweiz
zu kaufen: Die Qualität ist dort meistens besser. Wenn man
mal in der Provence Urlaub macht, kann man sehr viele Kräuter
auch selbst sammeln. In manchen Gegenden wachsen sie einem in
den Mund!
In jedem Falle sollten die Gewürze sich in ihrem größtmöglichen Zustand befinden: Thymian am Zweig, Lorbeerblätter als Blatt und Muskatnüsse als Nuss. Nelken, Piment, Pfeffer, Koriander usw. in ihrer jeweiligen Form als Samen von den entsprechenden Pflanzen. Gemahlen, zerstoßen oder gerebbelt werden sie erst, wenn sie den Speisen zugefügt werden sollen. So behalten sie am besten ihren Eigengeschmack. In Schmorgerichten können Gewürzkörner auch in ihrer Grundform mitkochen.
Ich verwende auch handelsübliche Gewürzmischungen: Warum soll denn die/der zuständige Mensch in der Gewürzfabrik nicht in der Lage sein, Kräuter anständig zu mischen? Was ich nicht nehme sind Gewürzmischungen mit Glutamat (Geschmacksverstärker). Die verderben jeden Eigengeschmack. Aber da braucht man nur mal auf die Inhaltsangaben auf den Etiketten zu schauen.
Und das ist wohl auch die Kunst beim Würzen. Den Eigengeschmack erhalten, stützen, ihm eine leichte Richtung geben. Lammfleisch z.B. verbindet sich mit fast allen Gewürzen und behält doch seine spezielles Aroma. Ente harmoniert mit gut Honig und Soyasauce, Huhn mit Estragon. Rindfleisch nimmt allerdings kaum Gewürze an, da entscheiden Rasse und Zucht über den Geschmack.
Entscheidend ist auch, wann und wie die Gewürze den Gerichten beigefügt werden. Fleisch wird sinnvollerweise bereits Stunden vor dem Braten in Gewürze eingelegt. Dazu müssen die trockenen Gewürze aber in Öl oder anderen Flüssigkeiten (Sahne, Wein) verrührt werden. Frische Kräuter kommen erst ganz zum Schluss in die Sauce, sie verlieren sonst alles. Man sollte übrigens die frischen Kräuter nicht immer bevorzugen, sie haben häufig wenig oder kein Aroma (Treibhaus!). Viele Kräuter entwickeln überhaupt erst getrocknet ihren Duft.
Über den Geschmack von Fleisch- oder Gemüsegerichten entscheiden auch ganz wesentlich die zugefügten Flüssigkeiten: Am Besten ist immer noch eine Bouillon aus Knochen, Gemüse usw.
Wasser oder Würfelbrühe bringen da nichts oder verschlechtern sogar. Auch über die Auswahl des Fettes zum Braten oder Dünsten steuert man das Aroma: Butter, Olivenöl etc. ergeben immer andere Geschmacksvarianten.
Und natürlich das verwendete Produkt selbst: Das zitierte Gefrierhähnchen wird nie gut schmecken, das geht einfach nicht!
Eine
Zeit lang gab es auch bei ALDI oder Lidl
gutes Olivenöl.
Das ist aber vorbei, auch gutes Öl muss einen guten Preis
haben,
sonst können die Produzenten nicht davon leben oder keine gute
Qualität liefern. Es gibt aber im Internet Importeure, bei
denen
man sich gutes Olivenöl zu recht günstigem Preis
bestellen
kann. Wenn es dann im Blechkanister geliefert wird, hält es
sich
auch lange. Für die Küche füllt man sich
dann eine
kleinere Menge in Flaschen oder andere Gefäße ab.
Ich
verwende und empfehle das griechische Olivenöl von der Familie
Jordan,
die es in Griechenland selbst herstellt und importiert. Der 1-Liter
Kanister kostet aktuell 15,50 Euro, was wirklich nicht zu teuer ist.
Übrigens bin ich weder verwandt noch verschwägert!1
Das ist
das, was übrig bleibt, wenn ich die Fleischteile ausbeine;
das Gerippe also.
Ich möchte lieber etwas anderes kochen,