Vorbemerkung:
Der ebenso bekannte wie umstrittene
Lebensmittelchemiker und Fachbuchautor Udo
Pollmer sagte mal: "Ein Kopfsalat entspricht
ernährungsphysiologisch etwa einem Papiertaschentuch und einem Glas
Wasser." Da hat er, soweit es den konventionell angebauten Massensalat
angeht, insofern unrecht, als er den hohen Nitratgehalt vergessen hat.
Der dürfte im Papiertaschentuch niedriger sein. Die Deutsche Adipositas
Gesellschaft hat Hernn Pollmer heftig widersprochen, weil sie meinte, er
würde leichtsinnig Menschen davon abhalten, kalorienarm zu Essen. Da
ich ein Mensch des gesunden Kompromisses bin, gebe ich diese
Empfehlung: Blattsalat ist in der Tat kalorienarm und sollte oft Teil
unseres Speiseplans sein. Allerdings sollten wir auch oft Salate aus
rohen oder gegarten Gemüsen dazu mischen, welche das sind (und
überhaupt über die Nitrat/Nitrit Problematik), darüber informiert diese
Seite.
Ich glaube, mit meinen sehr gemischten Salaten kann man sehr gut
zwischen Adipositas, Nitrat und Herrn Pollmer durchkommen.
Auch
wenn die Welt sich jetzt nicht mehr
in Ost und West mit den dazugehörigen politischen Systemen
unterscheidet, ein Unterschied bleibt doch: Es gibt Menschen die
machen den Salat am liebsten mit Dressings auf Sahne- oder Yoghurtbasis
an und andere verwenden überwiegend Essig und Öl.
Ich gehöre zu den letzteren.
Deswegen mache
ich am liebsten meinen
Bei den Zutaten für den Salat gibt eine breite Auswahl. Ich zähle mal beispielhaft Einige auf:
Wesentlich ist, dass
alle Zutaten frisch und
von guter Qualität sind (Kein Kopfsalat im Winter!), geschmacklich
und auch farblich harmonieren sollen. Die Blattsalate werden nur
grob zerrissen, soweit überhaupt notwendig. Gemüse und
Champignons wiederum müssen - roh - so fein wie möglich
geschnitten werden.
Dass die Zucchini klein und fest, die
Champignons
innen schneeweiß sein sollten versteht sich von selbst.
Für das Omelett schlägt man ein Ei, würzt mit Salz
und brät es in der Omelettpfanne schön dünn. Nach
dem Auskühlen schneidet man es in schmale Streifen.
Tomaten habe ich bewußt nicht aufgezählt. Selbst wenn sie von guter Qualität sind (oder gerade dann!) schlagen sie mit ihrem Aroma alle anderen Zutaten tot. Tomaten würde ich lieber separat zubereiten (und zwar vorzugsweise mit Basilikum und Mozzarella: siehe dazu jedes italienische Kochbuch).
Die gesamten Zutaten gibt man in
eine möglichst
große, flache Schüssel, in der sie ruhig einige Zeit
liegen können ohne sich zu zerdrücken.
Die Sauce kommt nämlich unbedingt erst vor
dem Servieren dazu. Und die wird so gemacht: In eine kleine Schüssel
kommt die benötigte Menge Salz, die wiederum in Essig aufgelöst
wird (Schneebesen!). Dann erst kommt in kleinen Portionen das
Öl dazu, unter ständigem Schlagen mit dem Schneebesen.
Das Ganze wird dabei emulgieren, ähnlich wie Mayonnaise.
Wichtig ist, dass die Reihenfolge eingehalten wird. Im Öl
löst sich das Salz nämlich nicht auf! Weitere Zutaten
zur Sauce sind nach meiner Erfahrung eher nachteilig, sie überfrachten
das Ganze nur.
Lieber sollte man immer mal
wieder die öl-
und Essigsorten wechseln. Je nach Geschmack also Sherry-, Balsam-,
Zitronen- oder Estragonessig, verrührt mit Oliven-, Distel-,
Walnuss- oder neutralem Öl: welche Sorten am besten miteinander
harmonieren, wird man schon feststellen. Mir gefällt sehr
gut: Balsamessig mit Walnussöl; Zitronenessig (oder Zitronensaft
mit Olivenöl; Sherryessig mit neutralem Öl. Wie gesagt,
kommt die Sauce erst kurz vor dem Servieren an den Salat und zwar
vorsichtig mit der Hand darunter gemischt! Wenn die Schüssel
nach dem Essen leer ist, sollte kein Saucensee mehr am Boden sein.
Da die Sauce durch das Schlagen emulgiert ist, bleibt sie an den
Zutaten haften und gibt diesen ihren Geschmack. Nichts schwimmt
also!
Und spart um des Himmels willen mit Essig.
Es
nützt nicht, teuerstes Olivenöl aus der Toskana zu beschaffen,
wenn dann der Geschmack mit Essig zugekippt wird.
Diesen Salat isst man natürlich als
eigenständigen
Gang mit Wein und Weißbrot, keinesfalls als "Beilage",
es wäre sonst schade um die Mühe.
| Zwei Spinatsalate |
|
| Wenn
man Glück hat, findet
man in gut sortierten Gemüseabteilungen den Rohstoff für
diesen Salat: Ganz zarte, unverletzte Spinatblätter. Und roh
sollen sie bleiben, es wäre schade, sie zu kochen. Die Blätter werden vorsichtig gewaschen und trockengeschleudert. Angerichtet wird am besten auf einer flachen Platte. Nachdem man den Spinat vorsichtig mit der Vinaigrette angmacht hat, kommen entweder die in dünne Scheiben geschnittenen Champignons oder ebenfalls dünn gehobelte Stücke vom Pecorino darüber. In beiden Fällen kann man den Salat auch mit wenig gewürfeltem, angebratenen Speck anreichern (Würfel vorher blanchieren, das mildert den Geschmack). Natürlich kann man die beiden Salate auch gemeinsam anmachen, dann ist es gehaltvoller. Mit Weißbrot und Wein ist das eine schöne Vorspeise. |
![]() ![]() |
Wer gerne etwas zu beißen hat,
findet vielleicht
auch an meinem Zucchinisalat gefallen. Dazu eine Vorbemerkung:
Zucchini haben die Eigenschaft, bei geriungstem Einsatz im heimischen
Garten zu rekordverdächtigen Riesenkürbissen zu wachsen.
Da der deutsche Kleingärtner aus irgendeinem dunklen Urinstinkt
heraus auf Masse aus ist, werden solche Zucchinibomben auch immer
wieder herangezogen.
Die Dinger haben nur einen großen
Nachteil:
Sie schmecken erbärmlich. Ich möchte nicht wissen, wieviel
Ehen schon daran gescheitert sind, dass die gleichermaßen
gärtnernde wie kochende Hausfrau dem Gemahl über Wochen
Gerichte aus Riesenzucchini vorgesetzt hat. Und sie war doch stolz
und meinte es nur gut! Was soll sie denn machen?
Ganz einfach: Wenn die Zucchini maximal
den Durchmesser
einer mittleren Möhre (oder einer dicken Havanna) erreicht
haben, ist höchste Erntezeit! Nur dann haben sie den feinen
nussigen Geschmack, den leckeren Biss und die Samen im inneren
sind noch so unterentwickelt, das man nichts auskratzen muss.
Soviel dazu. Halt, noch eins: Zucchini wird "Zuckini"
ausgesprochen, nix mit Zutschini.
Aber jetzt zum Salat. Also kleine Zucchini
nehmen,
drei bis fünf Stück, und nicht zu dick in Scheiben schneiden
oder hobeln. Besonders apart gelingt das mit den Zauberschneidern,
mit den die Verkäufer auf Kirmesmärkten immer in Windeseile
zentnerweise Gemüse raspeln und hobeln. Damit kann man nämlich
die Scheiben als Gitter hobeln und diese Gitter nehmen sehr schön
die Sauce an. Auf die gleiche Art rückt man zwei bis drei
Karotten zu Leibe. In dünne Streifen geschnittene Paprika
(Ampelfarben: rot - gelb - grün) und kleine Röllchen
von zwei Frühlingszwiebeln gehen auch gut im Salat. Ein Händchen
grüner Oliven unterstreicht den italienischen Charakter,
gerne im Verbund mit gewürfeltem Schafskäse.
Das alles wird in der Schüssel
vermengt und
mit einer kräftigen Vinaigrette mariniert. Mit einigen Scheiben
Weißbrot und einigen Gläsern Rosé ist das schon
ein schönes Abendessen an warmen Tagen.
Nun weiß ich gar nicht, ob es in
Griechenland
Feldsalat gibt. Gäbe es ihn, würde ich ihn so zubereiten:
Feldsalat putzen, waschen,
schleudern (muß
man so was eigentlich in Kochbüchern extra schreiben? Ob
sonst womöglich jemand den Salat ungewaschen und ungeputzt
ißt?) und in eine Schüssel füllen. Weißbrotwürfel
rösten und Würfelchen vom mageren Speck kross braten
(das kann gemeinsam in einer Pfanne geschehen).
Schafskäse ebenfalls in kleine Würfel
schneiden, aber nicht rösten. Sämtliche Würfel
unter den Salat heben und dann ? wie immer kurz vor dem Servieren
- eine Vinaigrette aus Olivenöl und Weinessig zufügen.
Also bestimmt geht das auch mit
anderen Salaten
die es in Griechenland gibt, sehr gut auch mit Sommerspinat.
| Feldsalat mit Kartoffeldressing |
|
| Dieses
Dressing passt meines Erachtens am Besten zum Feldsalat. Da man mit
wenig Dressing auskommt, wird das Ganze dennoch nicht so massiv, wie
der Titel vielleicht vermuten lässt. Aber da Feldsalat ohnehin ein
Wintersalat ist, ist das etwas kräftigere Dressing gut geeignet. Zuerst kocht man die Kartoffel in der Schale, schält und zerdrückt sie mit einer Gabel in einem passenden Schüsselchen. Keinesfalls im Mixer oder Blender! Die Kartoffel könnte sich sonst in einen unangenehmen Kleister verwandeln. Den entstandenen Kartoffelbrei verdünnt man mit etwas warmer Brühe, so dass er nicht zu dünnflüssig wird. Vorsichtig den Essig hinzufügen, mit der Gabel verrühren und mit Salz würzen. Falls man das jetzt alles in dieser Reihenfolge gemacht hat, sollte das Dressing noch (lau-)warm sein und so soll es auch bleiben. Gegebenenfalls warm stellen. Es kommt vor, dass Menschen gekochte Kartoffeln aufheben. Mir begegnete mal eine Radlerin aus München in den französischen Alpen, die führte vier kalte Pellkartoffeln mit sich. Auf dem Fahrrad! Aber sonst war sie sehr nett. Wir haben damals jedoch aus den Kartoffeln kein Dressing gemacht, sondern sie für ein Savoyardisches Gratin verwandt. Falls man also eine kalte Kartoffel verwendet, sollte man das Dressing etwas aufwärmen, falls die Brühe das nicht ausrechend tut. Aber Achtung: Einige Sorten Kartoffeln entwickeln beim Lagern in gekochtem Zustand einen unangenehmen Geschmack, eben wie nach alten kalten Kartoffeln. Direkt vor dem Servieren wird das Dressing mit einem Esslöffel über dem Salat verteilt. Ausnahmsweise sollte der Salat nicht gemischt werden, das Dressing ist zu schwer. Beim Essen kann man das noch vorsichtig nachholen. Aus dem gleichen Grund sollte der Salat (ohne Dressing) gleich in Portionsschälchen oder auf Tellern angerichtet werden. Interessante Variante: Wir verteilen einige Pfifferlinge (im Sommer gesammelt und eingefroren!) auf dem Salat - jedoch nicht ohne sie vorher in Butter zu dünsten. | Bevor hier ein Bild reinkommt, noch einige Worte zum Feldsalat. Er ist ein Wintersalat und wird am Besten aus dem Schnee im eigenen Garten heraus gescharrt. Das macht aber leider heute kaum noch jemand, sondern wir kaufen ihn in der Gemüseabteilung im Supermarkt. Das tun wir aber nicht im Sommer, denn da ist er im Wortsinne völlig geschmacklos. Seit einiger Zeit gibt es ihn da in Portionsschalen. Bitte darauf achten, dass die Blätter fest und frisch sind, Faulenzer achten noch darauf, dass sie groß sind, sonst wird das Belesen etwas mühselig. Gibt es den Salat lose, umso besser. Belesen wird der Feldsalat so, dass ganze Pflänzchen übrig bleiben, keinesfalls in einzelne Blätter zerschnippeln! |
Diejenigen unter uns, die gerne was
deftiges Frisches
schnurpsen und sich deshalb in Krautsalat setzen könnten,
sollten das ruhig weiter tun. Sie leisten damit ihrem Darm einen
guten Dienst (Und der gesundheitliche Aspekt muß natürlich
beim Kochen und Essen eine wesentliche Rolle spielen!).
Ich esse auch gerne Krautsalat
und beschreibe
deshalb zwei Varianten, nämlich roten und weißen. In
beiden Fällen gehen wir gleich vor:
Ein schöner Kopf Kraut wird gekauft und
wenn
wir Glück haben oder unseren Lieferanten kennen, stinkt er
nicht nach Chemie. Das Kraut wird dann geviertelt, der Strunk
rausgeschnitten und die Viertel mit dem schweren Messer in möglichst
feine Streifen gehobelt. Das Hobeln geht vielleicht auch mit einer
Maschine, aber bis die wieder sauber ist - vor allem beim Rotkohl
- bin ich mit meinem Messer schon beim nächsten Gang.
Die Streifen werden dann mit den
Händen kräftig
durchgewalkt, bis sie bluten (die Krautstreifen, nicht die Hände).
Dann kommt das Kraut in eine Schüssel und jetzt trennen sich
unsere Wege:
Zum Weißkraut kann noch eine
kleine,
feingehackte Zwiebel, etwas Knoblauch (aber nicht so wie diese
Ästheten, die das Schüsselchen mit dem halben Zehlein
ausreiben!) und gerne ein paar Kümmeldinger. Kräftig
salzen und Essig dazu (Zitronenessig?). Einmal durchmischen und
Öl daraufgießen, neutrales oder leichtes Olivenöl,
und noch einmal durchmischen. Der Salat sollte bis zum Essen mindestens
eine Stunde stehen. Zur farblichen und/oder geschmacklichen Abrundung
können noch rote oder grüne - von mir aus auch gelbe
- Paprikastücke dazwischen gemengt werden, auch schwarze
Oliven schaden nicht.
Diesen Salat auf einer flachen Schüssel
ausgebreitet
und mit Schafskäse belegt: Fertig ist die original griechische
Vorspeise!
Das Rotkraut halte ich für
weniger flexibel.
Dazu mische ich nichts, auch keine Apfelstücke oder sonstigen
süßen Kram. Ein paar gehackte Walnüsse? Na gut.
Auch hier wird gesalzen und jetzt kommt roter Weinessig dazu,
eventuell auch Sherry- oder Balsamessig. Mischen und nussiges
Öl (Distel- oder Walnussöl) darüber. Wieder mischen
und ziehen lassen.
Während man den Weißkrautsalat außer
zu Frankfurter Kranz zu Allem essen kann, scheint mir der Rote
eher zu Wild, Kaninchen oder Lammrücken geeignet zu sein.
Da gefällt er mir allerdings wesentlich besser als das ewig
gleiche gedünstete Rotkraut (mit den ewig selben Äpfeln
drin).
bekommt man beim gut sortierten Italiener.
Um
ihn Zuhause zu machen, benötigen wir möglichst frische
Champignons, am besten die mit den braunen Köpfen. Frische
Champignons erkennt man daran, das sie fest sind und weißes
Fleisch haben.
Die Pilze braucht man nur abzuwaschen
(unter fließendem
Wasser, nicht baden!), die Haut kann und soll dran bleiben. Die
sauberen Champignons werden blättrig gehackt - ja, gehackt,
mit dem guten Kochmesser geht das blitzschnell! - und roh in eine
passende Schüssel gefüllt. Je nach Gusto kommt jetzt
gehackter Knoblauch und gehackte Petersilie dazu (sozusagen ein
gehackter Salat). Aus Olivenöl und Rotwein- oder Zitronenessig
wird eine Vinaigrette - nein, nicht gehackt, sondern geschlagen
und über den Salat gegossen. Vermischen, fertig.
Bitte den Salat nicht Stunden vor dem
Essen anmachen,
dann werden die Champignons etwas matschig. Aber wer macht schon
Salate Stunden vor dem Essen an? Dieser Salat kann auch auf einem
Bett von Feldsalat liegen (oder rohem Sommerspinat).
Hier noch eine Sauce zu
Die übliche Vinaigrette, darin
ein gekochtes
& gehacktes Ei vermengelt, frische gehackte Basilikumblätter
hinein, ein Teelöffel Senf (mild) und in über den Spargel
gegossen.
Geht auch zu allerlei anderen Gemüsen:
Brokkoli,
Blumenkohl, gekochte Selleriestauden und etc.
Und wer es im Winter nicht gerne so kalt
haben
möchte, der macht zu herben Wintersalaten diese
In einer kleinen Pfanne wird etwas gewürfelter Bauchspeck leicht kross gebraten und mit wenig Bouillon gelöscht. Dahinein wird etwas Sauerrahm gerührt und das ganze mit Salz und Balsamessig abgeschmeckt. Noch warm direkt vor dem Servieren über den Salat gießen.
Linsensalat mit Balsamico |
|
| Ach bei Linsen gibt es
eine große Auswahl an
verschiedenen Sorten. In Deutschland sind die braunen Linsen für
Suppe und Gemüse die bekanntesten. Außerdem gibt es noch die
roten Linsen, die überwiegend in der orientalischen Küche
verwendet werden. Wir benötigen für unseren Linsensalat die
kleinen grünen Linsen, deren beste Qualität aus der
französischen Stadt Le Puy-en-Velay in der
Auvergne kommt. Damit haben wir eine wunderbare Beilage für ein Perlhuhn, einen Kaninchenrücken oder für Wachteln. | |
Ich möchte lieber etwas anderes kochen,