
Jawohl. Fisch ist gesund und lässt sich sehr vielfältig zubereiten. Meistens sind diese Zubereitungen auch sehr leicht herzustellen und leicht bekömmlich.
Der Bär geht also an den Fluss, beugt sich über's Ufer und fängt ... Ach halt, das können wir ja gar nicht! Erstens sind wir nicht der Bär und zweitens ist der Fluss so dreckig, dass gar kein Fisch drin ist. Wir gehen also in's Fischgeschäft oder in die Fischabteilung im Supermarkt. Befindet sich der Supermarkt in Frankreich, wenden wir uns sofort wieder ab: Beschämt, weil uns der Unterschied zu unseren mickrigen Fischtheken klar wird und entsetzt, weil wir nicht wissen, was aus dieser Fülle von verschiedensten Fischen und Schalentieren wir denn nun kaufen sollen.
Wir sind aber nicht am Fluss und auch nicht in Frankreich und deshalb ist die Wahl auch nicht so schwer. Ganze Fische (Also mit Kopf und Gräten und was so zu einem Fisch dazugehört) gibt es in Deutschland auch nur selten, was nicht zuletzt auch an uns Kunden liegt: Aus Faulheit oder Unsicherheit verzichten wir darauf
Wenn man nicht ganz und
gar knapp
bei Kasse ist, sollte man auf "Seelachs" verzichten,
dies ist ein Fisch der eigentlich Pollack heißt und in
Skandinavien
überwiegend zu Fischmehl verarbeitet wird. Sein Fleisch ist
zu bröselig und langweilig im Geschmack. Makrelen
sollten wegen ihres hohen Fettgehalts nur am Tage des Fanges verwendet
werden und da wir nicht am Atlantik leben, lassen wir auch die
links liegen. Bei Schollen ist zu bedenken, dass sie auf
dem Meeresboden in Küstennähe liegend im dortigen
Schlamm
rumfressen und gerne auch so schmecken.
Forellen und Lachs bekommt man fast
nur noch aus Zuchtanstalten, die einschlägigen Skandale sind
aus Presse und Rundfunk bekannt. Dennoch sind sie dadurch billig
und wer seinem Händler trauen kann, sollte ruhig zugreifen.
Der Hering ist ein sehr derber Geselle, der aber gebraten mit Bier und Schwarzbrot oder Pellkartoffeln delikate Mahlzeiten liefert. Den deftigen Geruch beim Braten muss man sozusagen als Vorspeise einkalkulieren. Rezept: Säubern, säuern, salzen; in Mehl wenden und braten. Fertig. übrige Heringe lassen sich gut einlegen, das passende Gewürz dafür gibt's im Handel.
Sollte ich euch mit
meinen bisherigen
Anmerkungen noch nicht entmutigt haben, dann möchte ich eine
gute Quelle für guten und frischen Fisch und anderes
Meeresgetier
nennen. Das
Lachskontor in Bremerhaven versendet optimale Qualität, hat
eine große Auswahl und das fantastische ist: Die Ware kommt
in einer soliden Kühlverpackung außerordentlich
frisch
ins Haus. Ich glaube nicht, dass ich, zumal im Sommer, Fisch in
der 40 km entfernten Stadt so frisch kaufen und nach hause
transportieren
kann, wie die vom Lachskontor das über DHL oder UPS schaffen.
Dennoch sind die Versandkosten bei dem Aufwand erträglich
niedrig. Also: Rezept auswählen, Grafik anklicken und
bestellen.
Am nächsten Abend könnt ihr essen. Wer gerade nichts
bestellen will, findet aber auch
viele Informationen zum Thema Fisch, also lohnt sich ein Besuch
der Seite.
Zubereitet wird Fisch im wesentlichen auf diese Arten:
Beim Grillen von Fisch
muss
man so viele Vorsichtsmaßnahmen gegen Austrocknen ergreifen,
dass ich nicht weiß warum man diese
Zubereitungsart überhaupt
wählen soll. Aber wenn man mal mit dem Flugzeug in der Wildnis
abgestürzt ist?
Na gut, aber nur dann! Wenn beim Absturz eine Rolle Alufolie übrig
gebleiben ist, sollte der Fisch aber darin eingewickelt werden, bevor
er auf den Grill kommt.
Pochierter Fisch ist einerseits gut für Magenkranke, andererseits bewahrt das Pochieren am besten den Eigengeschmack und hält den Fisch am saftigsten: damit ist diese Möglichkeit also vor allem für wirklich frische und feine (teure) Fische geeignet. Dazu gibt's Reis oder neue Kartoffeln (wenn's welche gibt). Den Sud kann man durch Einkochen (reduzieren) und mit Sahne und Eigelb gebunden zu einer leichten Sauce verwandeln.
Über's Braten
will
ich nicht viele Worte verlieren: Mehr als beim erwähnten
Hering muss man nicht machen. Variationen sind
möglich
durch das Bratfett (Olivenöl, Butter), bestreuen mit
Gewürzen
(ziehen lassen!) oder z.B. das Mitbraten von Speck ("Finkenwerder
Art", Müllerin) oder Knoblauch. Die Petersilie im Bauch
hat wohl eher Alibicharakter und zeigt dem Gast, was er der
Köchin
wert ist.
Jedenfalls ist beim Braten natürlich
Vorsicht angezeigt, die Hitze muss sorgfältig dosiert
werden. Hilfreich sind spezielle Fischbratpfannen, die sind
nämlich
oval und damit der Fischform angepasst. Dass unsere
Kochplatten und Gasflammen meist rund sind, macht hier gar nichts.
Die meisten Fische sind ohnehin in der Mitte am dicksten und den
dünneren Enden bekommt die spärlichere Hitzezufuhr
ganz
gut.
Ihr merkt, ich schreibe zielstrebig
auf die zweite Variante zu! Stimmt. Mein Lieblingsrezept bedient
sich dieser Methode und lautet so:
| Zarzuela Enrico |
|
| Zarzuela1
ist ein spanisches Gericht aus Meeresfrüchten, ich habe es
für mich abgewandelt. Den Knurrhahn (das ist ein Fisch, der kann Laufen und angeblich auch Knurren, ist das nichts?) gibt's natürlich nicht immer und überall, gut wäre aber in jedem Fall ein eher "südlicher" Fisch, z.B. Brasse, Dorade oder ähnlich. Fischfilet wird auch irgendwie passen, aber dann ist es nicht mehr "Enricos" Zarzuela. Krabben und/oder Muscheln kann man auch weglassen, aber nicht den Tintenfisch! Irgend so ein Kleingetier sollte schon dabei sein. Der Knurrhahn wird - wenn
das
nicht schon der Fischhändler besorgt hat - ausgenommen und
das geht so, wie bei allen anderen Fischen: Man setzt ein spitzes
scharfes Messer in ein kleines Loch am Unterbauch des Fisches
(ganz recht, das ist es!) und schneidet entschlossen Richtung
Kopf. Vorsicht, Knurrhahn und Brassen haben an den Flossen und
auf dem Rücken eklig scharfe Stacheln, die sich bei diesem
Manöver tief in die Hand schieben können und das auch
gerne tun. Die Tintenfische sind
meist schon
fertig geputzt. Wer die Tintenfischtinte zum Färben von Reis
oder Nudeln braucht, kann sie beim erwähnten Lachskontor
bestellen oder in Italien oder England kaufen. Den Körper
haben die Herren Römer für recht delikate Zwecke
gebraucht,
aber davon ein anderes Mal. Der ganze Tintenfisch wird jetzt in
Stücke geschnitten: Der Körper in Ringe, die Tentakel
können, je nach Größe, auch ganz bleiben.
Wem
dieser beschriebene Vorgang zu umständlich, oder
womöglich
sogar zu eklig ist, der soll doch Fischstäbchen essen - oder
er
sucht geputzten und in Stücke geschnittenen Tintenfisch.
Das Gemüse wird
geputzt und
gewürfelt (die Erbsen kann man so nehmen). Jetzt werden die
Tintenfischstücke in Olivenöl angedünstet,
das
Gemüse und die Muscheln kommen so rechtzeitig dazu,
daß
alles gleichmäßig gart. Wenn die Muscheln sich
gerade
geöffnet haben, muss alles vom Feuer. Achtung: Das
Ganze
gart noch mal, nicht zu weich dünsten! Die ganzen Fische setzen
wir in eine geölte, feuerfeste Form und verteilen
unser
Gemüse
mit der Brühe so darauf und drumherum, daß sie
gerade
herausgucken. Diese Form kommt jetzt in den nicht zu sehr
heißen
Backofen und dürfte nach ca. 20 Minuten fertig sein. Dazu gibt es Weißbrot (oder unseren Pizza/Olivenfladen) oder Reis.
Wenn einmal Besuch aus dem Elsaß
kommt und vier Gäste aus Afrika und drei aus Nordhessen schon
da sind; und man gerade eine ausreichende Anzahl Seezungen
(oder andere Fische) vorrätig hat: Dann kann man auch die
Seezungen auf einem gebutterten Backblech ausbreiten und mit einer
Zarzuela ähnlichen Gemüsemischung garnieren. 20
Minuten
im Ofen und für Alle ist genügend schmackhafter Fisch
da. Anmerkung: Zarzuela ist eigentlich der Name für eine singspielartige Gattung des spanischen Theaters, das aus verschiedenen Elementen (Solo- und Chorgesang, Sprache) besteht. Leuchtet aber ein! |
![]() Hier befindet sich ein eher großer Knurrhahn in der Zarzuela, der reicht dann auch schon für vier Personen |
Dazu
werden die Tintenfische wie
oben beschrieben gereinigt und auseinandergenommen. Die Tentakel
werden vom Körper abgerissen und in kleinste Stücke
geschnitten3.
Dann werden
nacheinander eine feingehackte Zwiebel und eine gehackte Knoblauchzehe
in Olivenöl glasig gedünstet, die Köpfe von
250
g Champignons gehackt (Stiele für Fonds aufheben) und mit
Butter, Zitronensaft und Salz gegart - Saft etwas einkochen lassen
- und Weißbrotwürfel geröstet.
In
etwas Butter lassen wir das Blattgrün
von einem Bund Mangold zusammenfallen und hacken es fein. Eine
Scheibe gekochter Schinken (Siebeck nimmt rohen Schinken: der
wäre mir zu stramm) - der besser noch nicht zusammengefallen
ist -wird auch kleingeschnitten und dann wird das alles mit den
Tentakeln, zwei EL geriebenem Parmesan und etwas Olivenöl
vermischt. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Diese
Mischung wird jetzt in die
Körpersäcke der Calamares gefüllt, die wir
dann
mit Zahnstochern oder Rouladennadeln verschließen. Kollege
Siebeck lässt uns diese Päckchen
völlig zurecht
in Butter und Olivenöl anbraten: Verschiedene Fette lassen
sich mit großem Geschmacksgewinn sehr vorteilhaft mischen.
Natürlich darf man eine solche Mischung nur soweit erhitzen,
wie es das sensibelste Fett - hier die Butter - gerade
verträgt.
Aber gutes Olivenöl sollte ja auch nicht zu heiß
werden.
Die angebratenen Calamares werden mit Weißwein
abgelöscht
und gemeinsam mit zwei geschälten und gehackten Tomaten und
geeigneten Kräutern in einer feuerfesten Form ca. 15 Minuten
gebacken. Dazu Reis oder Weißbrot.
Anmerkung:
Ich durfte hier den Siebeck
zitieren, weil er selbst das Rezept von einem italienischen Koch
bekam - der es wiederum einfach der traditionellen Küche
Italiens entnommen hat.
Calamares gefüllt mit Olivenpesto |
|
| Die
Calamares werden aufgetaut (genaugenommen machen sie das von selbst)
abgetropft und komplett in etwas Öl ca. 14 Minuten
gedünstet.
Inzwischen werden die Oliven, der Ruccola, der Knoblauch und das
eingeweichte und wieder ausgedrückte Weißbrot im
Mixer mit
Olivenöl zu einer Paste (pesto!) verarbeitet und mit Salz
abgeschmeckt. Eigentlich gehören in ein Pesto auch
Pinienkerne,
das schien mir aber zu den Calamares nicht so gut zu passen. Das Pesto
wird nun in die Körper der Calamares gefüllt,
eventuell muss
man dazu die Öffnung etwas erweitern. Vor dem Servieren werden die gefüllten Calamares auf eine feuerfesten Platte erhitzt. Das ist eine netteVorspeise und kann noch durch ein Gurken-Dill-Gemüse ergänzt werden. |
(Zahn-) und/oder andere Brassen
Hier
noch ein leichtes Rezept für
Mittelmeer- und andere Fische: Die jeweiligenTiere werden ausgenommen,
gesalzen und gesäuert. In einer Fischpfanne (die sollten
wir schon haben!) werden Zwiebelringe und Knoblauchstücke
in Olivenöl angedünstet. Dann kommen die Fische
hinein
(ich nehme 'mal an, sie sind ca. Handtellergroß) und werden
in dem Zwiebel/Oliven/Knoblauchöl gebraten. Wer mein
Büchlein
bis hierhin gelesen hat, weiß schon, daß jetzt
Weißbrot
und Salat dazu gegessen wird.
Raffinierte
Esser geben aber zu den
Fischen noch eine Sauce aus Olivenöl, Zitronensaft, Knoblauch
und Petersilie.
Wenn
die Fische doch mal größer
sind, kann man sie auf den Seiten mit einem scharfen Messer quer
zur Achse einschneiden. In die Einschnitte kommt eine Füllung
aus gehackter Petersilie, Knoblauch und Olivenöl. Der Fisch
gart dann gleichmäßiger und bekommt noch etwas
Geschmack
mit auf den Weg.
Da
"Lachs"t
Du Dich kaputt!
Na, so
komisch ist das ja auch wieder
nicht, was da in den Lachszuchtanstalten in den norwegischen Fjorden
(und wahrscheinlich auch in Kanada und anderswo) abgeht. Allerdings
versetzen diese Farmen uns in die Lage, jederzeit zu einem Spottpreis
Lachs zu erhalten. Über die Qualität wird man
allerdings
streiten können.
Wenn
die hygienischen Bedingungen
stimmen, dürfte dieser Zuchtlachs ungefähr die
gleiche
Qualität haben,wie auch die deutschen Zuchtforellen: eher
fade, aber dafür dankbar für jedes Gewürz.
Wie
schon oben grundsätzlich angemerkt, kaufen wir uns den Lachs
am Stück. Die einfachste Möglichkeit ist nun, von dem
ganzen Fisch Koteletts abzuschneiden, die vorsichtig in Butter
zu braten und z.B. mit Kräuter- oder Pfefferbutter zu
servieren.
Besser
wäre es aber, das komplette
Fischstück (oder den ganzen Fisch!) in einen heißen
Gewürzsud zu legen und ihn dann im Backofen 20 - 30 Minuten
- je nach Größe - zu pochieren. Aus dem Sud
lässt
sich dann mit Sahne und Eigelb eine leichte Sauce basteln. Reis
oder Kartoffeln dazu. Genauso kann man aber auch ein Filet vom
Lachs zubereiten (kürzer pochieren).
Lachs
im Eierschaumbett
In
Norwegen war ich einmal genötigt,
einen Lachs zuzubereiten, ohne dass mir Wein, Gewürze oder
sonst welche Zutaten zur Verfügung standen. Braten wollte
ich den Kerl aber auch nicht. Also habe ich eine
Soufflémasse
zubereitet, in eine feuerfeste Form gestrichen und die Lachsfilets
hinein gelegt. Mit dem Rest der Masse habe ich die Filets zugedeckt
und das Ganze dann in den Backofen geschoben. Nach ca. 25 Minuten
war alles gar. Dar Lachs war saftig, und mit dem gebackenen
Soufflé
und Salzkartoffeln hatten wir eine komplette Mahlzeit.
Wie
geht die Soufflémasse? : Man
trennt eine ausreichende Anzahl von Eiern in Eiweiß und
Eigelb. Das Eiweiß wird steif geschlagen und vorsichtig
unter die gewürzten und verschlagenen Eigelb gehoben. Noch
mal abschließend abschmecken und über das geben, was
damit überbacken werden soll. Wenn alles geklappt hat, ergibt
es einen löffelfesten, leichten Schaum. Ich glaube, ich
muss
nicht betonen, daß man in diese Masse nicht nur Lachs
einbacken
kann!?
Das
gilt auch für die nächste
"Masse", nämlich für
Lachs
im Spinatbett
Dazu
benötigt man ca. 25 kg
Blattspinat (Die Winterausgabe - wenn gerade Winter ist, der
Sommerspinat
ist dafür vielleicht zu empfindlich), etwa drei Lachse, vier
Liter Schmandgemisch (s.o.) und ein Kilo milden Käse. An
Equipment ist erforderlich: eine feuerfeste Badewanne und gute
Connections zur nächsten Ziegelei.
Nachdem
man schon einmal die Lachse
filiert hat - Köpfe und Gräten für
Fischsuppe verwenden
- muss der Spinat geputzt werden. Welke Blätter und
grobe Stiele entfernen und waschen. Wenn bis dahin die Wanne nicht
gebuttert ist, kann der Spinat darin gewaschen werden. Jetzt
lässt
man den Spinat zusammenfallen. Während Ideologien einfach
zusammenfallen, nachdem sich ihre Unbrauchbarkeit erwiesen hat,
benötigt man für Spinat
eine angemessene Menge Butter (oder Olivenöl, wenn's
südländisch
werden soll) die man in einem ausreichend großen Topf
schmelzen
lässt. Dort hinein kommt der gewaschene, nicht mehr
zu nasse Spinat. Deckel drauf und warten bis die Blätter
zusammengefallen (!), aber noch nicht zu weich sind.
Dieser
Spinat kann dann zu vielen
Gerichten weiterverarbeitet werden, Reste lassen sich auch gut
einfrieren. Wir schichten die Hälfte davon in unsere
inzwischen
gebutterte Badewanne und legen darauf die leicht gesalzenen
Lachsfilets.
Über den Lachs kommt die andere Hälfte des Spinats.
Den Schmand/die Sahne/die Creme fraiche schmecken wir mit Salz,
Muskat und etwas Pfeffer ab und reiben den Käse hinein.
Diese
Schmand/Käsemischung gießen
wir über die obere Spinatlage. Jetzt ein schneller Anruf
bei unserem Gewährsmann in der Ziegelei ("Ob der Brennofen
frei ist?") und ab geht die Post. Rein in den Ofen und zwei
Stunden backen lassen. Mit einem sauberen Spaten kann man dann
Portionen abstechen, die jeweils für 10 Leute reichen
dürften.
Das war die Partyversion. Für ein Téte-á-Téte zu zweit oder zu viert reichen natürlich geringere Mengen und dann gehts auch im Backofen. Beispiel für vier Leute: 1 kg Spinat, 500 g Lachsfilet, 250 g Sahne, 100 g Käse. Gefrorener Blattspinat von der Industrie ist mir zu schlaff. Vor allem wenn noch gebacken werden muss - und der Lachs muss ja gar werden - bleibt nur noch Matsch übrig.
Räucherlachs
Daran esse
ich mich immer dann satt,
wenn ich in Kristiansand bei dem Händler an der
Fischbrücke
(oder in Hanstholm im Hafen) die billigen Endstücke gekauft habe. Hier, in diesem unseren
Lande, hole ich mir mal ein Stück wenn ich zu einem dieser
meist unsäglichen Fest Buffets eingeladen bin (Ihr
wisst
schon: Heringsalat mit Ananas, kalte Hühnerbeine, Frikadellen
usw.).
Viel besser schmeckt nämlich
Graved
Lachs
und den
kann man auch einfach selbst
machen. Zunächst braucht man zwei entgrätete
Lachsfilets
(mit Haut, aber entschuppt5), reichlich frischen Dill, Zucker, Salz und ein paar
Gewürzkörner
(Senf, Koriander, Wacholder etc.) . Reichlich Zucker und Salz
werden etwa halbe/halbe gemischt, mit den zerstoßenen
Gewürzkörnern
aromatisiert und teilweise in eine Form gestreut. Darauf kommt
- mit der Haut nach unten - das erste Filet. Jetzt den gehackten
Dill drauf und das zweite Filet drüber. Darauf wieder die
Zucker/Salz Mischung und mit einer Klarsichtfolie abdecken. Auf
die Folie kommt ein Gewicht (voller Milchkarton z.B.) und das
ganze in den Kühlschrank.
Nach
einem Tag die Filets umdrehen,
am zweiten Tag kann das Werk gegessen werden. Jawohl, so roh kann
man das dann essen!
Die
Filets werden etwas von dem Einlegezeug
gesäubert und mit einem langen scharfen Messer (dafür
gibt's übrigens das Lachsmesser!) in dünne Scheiben
geschnitten. Vollkornbrot mit Butter ist die ausreichende Begleitung
dazu. In Schweden oder bei Schweden oder bei Ikea gibt's immer
noch so eine süßliche Senfsauce zum Graved Lachs -
aber das muss nicht sein!.
Einen Wolfsbarsch (Loup de mer) oder ähnlichen Fisch kann man gut im Salzmantel garen. Dazu wird der Fisch geputzt, innen etwas gesalzen und nach Belieben mit frischen Kräutern gefüllt. In einer geeigneten Form wird eine reichliches Stück Allufolie ausgebreitet und darauf grobes Meersalz (aus dem Frankreich oder Norwegenurlaub mitbringen) gesteut, auf das der Fisch dann gelegt wird. Jetzt wird der Fisch mit reichlich Salz vollständig bedeckt und die Folie darüber verschlossen. Als ich einmal keine genügend schmale länglich Form hatte, habe ich die Alufolie links und rechts mit leeren Bierflaschen abgestützt.
30 Minuten im
vorgeheizten Backofen
backen (je nach Größe auch länger),
herausnehmen
und die Folie öffnen. Vor uns sollte jetzt ein kompaktes
Salzpaket liegen welches wir am Tisch auseinanderbrechen. Der
Fisch wird wunderbar saftig sein, keineswegs versalzen sondern
vom Salzduft des Meeres dezent durchzogen.
Wer mehr als Brot, und Salat dazu
essen möchte, macht ein Risotto.
Seeteufel (Lotte) mit Gemüsegarnitur
Wie der Erdgeist, den Faust in seine Studierstube zauberte, ist auch der Seeteufel von widerlicher Gestalt. Deswegen wird er regelmäßig ohne seinen hässlichen Kopf verkauft. Dieser kann übrigens bis zu 60 % des Gesamtgewichts erreichen, weswegen das was wir kaufen, häufig als Schwanz bezeichnet wird. Wir nehmen also einen Seeteufel ohne Kopf, enthäutet, und legen ihn in eine geölte feuerfeste Form. Aus verschiedenen bunten Gemüsen schneiden wir Streifen oder Würfel (Brunoise) und dünsten sie leicht in Butter und/oder Olivenöl an. Gerne können wir dieses Gemüse mit Ingwer und Soyasauce auf asiatisch abschmecken. Aber vorsichtig! Der Fisch schmeckt zu gut, als das er vom Gewürz erschlagen werden sollte. Mit etwas Wießwein und Fischfonds auffüllen und warm über den Seeteufel gießen, so dass er rundherum bedeckt ist.
Dann kommt das Ganze in den Backofen und wird in 20 - 30 Minuten fertig gegart. Fertig.
Saibling in der Folie |
|
| Das einfachste ist oft das
Beste, wie man am Perlhuhn
aus der Tüte sehen
kann. So ist es auch bei diesem Gericht, das durchaus auch für
andere Fische mit zartem Aroma geeignet ist. Ohne viel Zubehör
und
ohne geheimnisvolle Würzverfahren wird aus dem Fisch in der
simplen Alufolie eine Delikatesse. Das Eigenaroma kommt zur Geltung und
die Zubereitung ist so schonend, wie kaum ein anderes Verfahren. Der Saibling ist ein Süßwasserfisch, der mir etwas besser schmeckt als eine Forelle. Frisch und in guter Qualität ist er im Lachskontor zu bekommen. Er braucht nur noch kurz abgespült und dann innen und außen gesalzen und leicht mit Zitronensaft gesäuert zu werden. Inzwischen hat eine freundliche Helferin ein ausreichend großes Stück Alufolie reichlich mit Butter bestrichen - wobei der Rand freibleiben kann, nur der Fisch sollte komplett mit der Butter in Kontakt kommen. Die gebutterte Fläche wird mit reichlich gehackter Petersilie bestreut, ein oder zwei eventuell übrig gebliebene Zweige können in den Fisch gesteckt werden (aber nicht an den Schwanz gebunden, wie ich kürzlich in einem Rezept gelesen habe). Die Folie wird dann geschlossen in dem man die Ränder über dem Fisch zusammenknifft und die Enden überschlägt. Je nach Größe des Fisches kommt er jetzt für 20 - 30 Minuten in den auf 200° C vorgeheizten Backofen. Damit sich der Saft gleichmäßig verteilt, kann das Päckchen ruhig noch bei geöffneter Backofentür etwas ruhen. Die Folie wird dann geöffnet und der austretende Saft aus Fisch und Butter wird aufgefangen und warm mit dem Fisch serviert. Dazu: Ein Risotto aus Basmatireis mit Chicorée oder Butterkartoffeln oder einfach nur Weißbrot. |
![]() Jetzt kann die Folie
geschlossen werden.
![]() Einfach auf ein Bachblech oder den Rost legen. |
3
Siebeck lässt sie durch den Fleischwolf drehen: Wer
den hinterher wegen der paar Tentakel sauber machen soll, schreibt
er aber nicht!
5
Wenn die Fischhändlerin den Fisch noch nicht entschuppt hat,
müssen wir das machen. Nicht mit Head & Shoulders,
aber
mit einem nicht zu scharfen Messer,welches wir senkrecht auf den
Fisch setzen und dann gegen die Schuppen schrappen (also in Richtung
Kopf).
Ich möchte lieber etwas anderes kochen,
Stand 13.04.2009